Der verlorene Zwilling

Aktualisiert: Feb 25

Viele Schwangerschaften sind als Zwillingsschwangerschaften angelegt. Das macht auch Sinn, erhöht es doch die Wahrscheinlichkeit, dass zumindest ein Kind überlebt und somit die Nachkommenschaft sichert. Die meisten dieser Zwillingsschwangerschaften enden im Einzelkind, der Zwilling stirbt in den ersten Wochen wieder ab. Was macht das mit dem überlebenden Kind?

Im besten Falle nicht so viel! Das so frühe Verlustgeschehnis wird im weiteren Leben wenig reaktiviert, durch viele positive stärkende Erlebnisse abgemildert und damit in den tiefen des Unbewussten abgespeichert und verarbeitet.

Aber manchmal ist dem nicht so.

Das Leben besteht (natürlich nicht nur) aus Verlusten und Abschieden und mit jedem neuen Verlust wird der Urverlust des Zwillings wieder mitaktiviert, vor allem, wenn der Start in das eigene Leben und die Kindheit generell schwierig waren und somit eher verletzende und negativ prägende Erlebnisse gemacht wurden.

Wie kann sich das äussern?

Menschen erleben starke Verlustreaktionen mit z.B. tiefer Trauer, die nicht angemessen auf ein Ereignis scheint, oder eine überstarke Angst vor dem Verlassen werden. Menschen bleiben in wirklich unglücklichen Beziehungen, weil sie den Partner nicht gehen lassen können. Im Prinzip sucht man immer wieder nach der ursprünglichen Seelenverbindung zum eigenen Zwilling, was natürlich nie gelingen kann. Dadurch können ebenso immer wieder depressive Verstimmungen entstehen.


Wie kann man feststellen, ob man eine Zwillingsproblematik hat?

Mir sind drei Methoden bekannt:

1. Eine Familienaufstellung.

Es klärt sich ziemlich schnell, ob in der Aufstellung der Ursprungsfamilie neben einem selbst jemand fehlt, also eine Stelle in der Familie unbesetzt ist. Oft findet man da auch heraus, ob es sich um einen Zwillingsbruder oder um eine Zwillingsschwester gehandelt hat.

2. In der Clusteranalytik taucht der Verweis auf eine 2-fach Option auf. Das kann ebenso auf einen eigenen Zwilling hinweisen, allerdings ohne die Möglichkeit das Geschlecht des Zwillings herauszufinden.

3. Kinesiologie.

Man kann es über kinesiologische Tests heraustesten, ob der Körper auf ein Zwillingsthema reagiert und somit auch austesten, ob es wahrscheinlich eher ein Bruder oder eine Schwester war. Gut gelingt bei der Methode auch, die Art der Seelenverletzung heraus zu finden: Was ist schlimmer, die Trauer, dass man verlassen wurde oder eher die Wut und Enttäuschung darüber?

So arbeitet man direkt am Kern der Verletzung und Gesundung kann (endlich) einsetzen.

Und da die künstlerische Verarbeitung seelischer Prozesse immer unterstützend wirkt, kann ich nur empfehlen, sich den verlorenen Zwilling einmal in die Realität zu holen, zu gestalten, Wirklichkeit werden zu lassen, die ursprüngliche Verbindung nochmal ein wenig nachzufühlen. Ausserdem kann unsere Seele, jedes mal wenn wir auf die Zwillingsgestaltung schauen, besser verstehen, dass sie 1. einen Zwilling wirklich hatte und 2. die Verbindung immer noch da ist. Es kann somit bei der Schmerzbewältigung helfen und dient gleichzeitig als Andenken an der verlorenen Zwilling.

Letztendlich bleiben wir ja mit den Seelen die uns begleiten in Verbindung, auch wenn sie in unserem irdischen Leben nicht mehr verkörpert sind.


Alles Gute und ganz herzlich,


Anna






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